Wenn der Postmann zweimal fimmelt
Über das Bild
Wenn der Postmann zweimal fimmelt beginnt auf Abstand. Dietmar Mathis begleitet Danielo nicht Schulter an Schulter, sondern aus der Entfernung – mit Fernglas und Hut, wie ein Beobachter einer stillen Expedition. Er sieht, wie sich dieser Mann, dieses Gelbe Etwas, durch den Walskamp quält: Straße um Straße, Walskamp-Neubau um Walskamp-Neubau, immer weiter. Kein Drama, kein Ausbruch – nur Bewegung, Last, Wiederholung. Das Gelb wandert, verschwindet kurz, taucht wieder auf, klingelt, geht weiter. Aus der Distanz wird klar: Freundlichkeit ist Arbeit, Verlässlichkeit ist Verschleiß.
Das zweite Fimmeln ist hier kein Flirt, sondern ein Zeichen von letzter Würde. Wenn der Postmann zweimal fimmelt ist extrem, weil es hinschaut, ohne einzugreifen, und genau dadurch begreift: Alltagshelden leiden leise.
- Künstler: Dietmar Mathis
- Format: 100 × 120 cm
- Entstehung: 2025
- Technik: Acryl auf Leinwand
- Stil: Abstrakt
- Technik: Pouring