Der Meister

Ich bin Dietmar Mathis, 59 Jahre jung, und ich bin vergleichsweise spät zur Kunst gekommen – und genau das sieht man ihr an. Kein akademischer Umweg, kein kunsthistorisches Pflichtprogramm, sondern ein direkter Einstieg über meinen eigenen Bedarf.

Von nichts kommt nichts

Beruflich bin ich Softwareentwickler. Ich habe programmiert, optimiert, gelöst – allerdings ohne je etwas zu bauen, das ich selbst als „besonders“ bezeichnen würde. Vielleicht liegt genau darin der Kern: die Sehnsucht nach etwas, das nicht nur funktioniert, sondern wirkt. Heute bin ich damit äußerst gut unterwegs, bin sehr zufrieden mit mir und meinem Leben und kann nur sagen: "Mach dein Ding, Bing".

Der Weg zur Kunst ist steinig

Zur Kunst bin ich vor drei, vier Jahren aus einem sehr konkreten Anlass gekommen: Mein Haus war abgezahlt, aber grau. Meine Stimmung war ähnlich. Also machte ich mich auf die Suche nach Bildern. Ich durchsuchte Galerien, Einzelhandel und die örtliche Töpferwerkstatt, aber bin jedes Mal mit dem gleichen Gefühl wieder nach Hause gegangen: nett, korrekt, aber nicht das, was ich brauchte. Zu glatt. Zu harmlos. Zu wenig.

Und so startete ich durch

Was als Versuch begann, entwickelte schnell eine eigene Konsequenz. Ich arbeite bevorzugt in der Pouring-Technik: radikal, körperlich, ohne Skizze und ohne Sicherheitsnetz.

Meine Bilder entstehen nicht aus Konzepten, sondern aus dramatischen Zuständen meines Lebens – Alltag, Beobachtung – und klar, sehr viel Überforderung gepaart mit Humor und starkem Frust.

Oft sind es lokale Motive, Nachbarn und Menschen aus meinem Umfeld, Situationen aus Senden, die ich in abstrakte Zustände übersetze.

Ich male nicht für mich. Ich mache das für Senden.

Andere spielen Golf – und ich spiele ... auch Golf, aber ich reite auch gerne rum

Abseits der Kunst reite ich, fahre Motorrad, spiele Golf, baue Pools, baue Pools ab, reite und fahre auch gerne Motorrad – ich lebe also ein Leben, von dem andere nur träumen können.