Post-it-Porno
Über das Bild
Post-it-Porno entsteht nicht irgendwo, sondern hier. In Senden. Zwischen Dorffeld, Garage, Bäckertüte auf der Werkbank und dem Handy, das nach Feierabend genauso routiniert entsperrt wird wie der Kasten Bier. Dietmar Mathis zieht die Pornoindustrie runter von den großen Bühnen und legt sie mitten ins Dorf, dahin, wo sie längst Alltag ist: schnell, leise, nebenbei. Die Flächen kleben wie Post-its an der Wand einer Werkstatt – drauf, runter, neu, egal. Genau so funktioniert das Geschäft mit Lust: austauschbar, verfügbar, ohne Nachhall. Mathis geht so weit rein, dass es unangenehm wird, dominiert das Pouring, zwingt die Technik in diese Mechanik und zerlegt sie von innen. Nicht sexy, nicht skandalös, sondern ernüchternd. Post-it-Porno zeigt, wie eine Industrie, die alles zeigt, selbst im Reihenhausformat endet: banal, verbraucht, leer. Senden als Tatort – nicht als Ausnahme, sondern als Spiegel.
- Künstler: Dietmar Mathis
- Format: 100 × 120 cm
- Entstehung: 2025
- Technik: Acryl auf Leinwand
- Stil: Abstrakt
- Technik: Pouring